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Barsinghausen: Elektroautos stehen noch nicht im Fokus - Hannoversche Allgemeine

Vom vielfach beschworenen bevorstehenden Umbruch in der Automobilbranche ist in Barsinghausen noch nicht viel zu spüren. Während der Barsinghäuser Autoschau in der Fußgängerzone standen am Wochenende wiederum Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das Interesse an Elektroautos oder Hybridmodellen bleibt dagegen bisher verhalten, wie in den Kundengesprächen an den Ständen deutlich wurde. Offenbar sind die vergleichsweise geringe Reichweite von Elektroautos, der hohe Preis und die unzureichend ausgebaute Ladeinfrastruktur die Haupthindernisse für deren schnellere Verbreitung. „Es kommen Fragen, aber die meisten Kunden setzen noch auf Reichweite“, sagte Sonja Guder vom gleichnamigen Ford-Autohaus. Das bestätigte auch Mark Goihl vom Opel-Autohaus Thiele und Bartels. „Nur am Rande“ seien Elektrofahrzeuge Thema gewesen, sagte Goihl. „Die Kunden warten noch ab.“ Er betonte, dass die Autofahrer auch unter dem Gesichtspunkt der Schadstoffvermeidung „keine Angst vor modernen Dieseln“ haben müssten. Bei Volkswagen allerdings steht nach den Worten von Jens Bieber vom Autohaus Senne der Paradigmenwechsel bald bevor. Das erste vollelektrisch konzipierte Modell VW ID3 sei im Internet demnächst zu ordern. „Im nächsten Jahr wird dieses Modell sehr im Fokus stehen“, prognostizierte der VW-Händler.

Moderator Klaus Danner (rechts) befragt Fahrradhändler René Liepold zu den Vorzügen der neuesten E-Bikes

Moderator Klaus Danner (rechts) befragt Fahrradhändler René Liepold zu den Vorzügen der neuesten E-Bikes. Quelle: Andreas Kannegießer

Die Barsinghäuser Autohändler sind zufrieden mit der Resonanz auf die mittlerweile 40. Autoschau, die diesmal in die Ausstellung für Mobilität und Wirtschaft (MoWi) eingebunden war. Nach einem verhaltenen Beginn am Sonnabend wurde es am Sonntag auch in der Fußgängerzone rund um die dort präsentierten Autos zeitweise richtig voll. Tausende von Menschen nutzten die Gelegenheit zum Flanieren zwischen den Fahrzeugen der verschiedenen Hersteller. Bei vielen Besuchern registrierten die Händler ernsthaftes Kaufinteresse und hoffen nun auf ein lebhaftes Folgegeschäft. „Wir haben viele gute Gespräche geführt“, sagte Bieber. „Wir hatten sehr viel Resonanz an unserem Stand“, berichtete auch Guder.

Auf großes Interesse stießen auch in diesem Jahr die im Rahmenprogramm der Autoschau präsentierten Oldtimer. Mitglieder der Gruppe Basche Classics sowie Gäste aus der gesamten Region waren am Sonntag mit rund drei Dutzend historischen Fahrzeugen in der Fußgängerzone präsent. „Das Treffen hat sich herumgesprochen“, sagte der Koordinator der Barsinghäuser Gruppe, Jens Bleckmann. Etliche der Oldtimerbesitzer haben ihre chromblitzenden Schmuckstücke in Hunderten oder Tausenden von Arbeitsstunden selbst restauriert – so wie der Barsinghäuser Stefan Hölzchen, der Besitzer eines Ford Model A von 1928 ist. Als er das alte, aus den USA importierte Auto vor Jahren bei einem Händler zum ersten Mal gesehen habe, habe er sich „in einen Schrotthaufen verliebt“, berichtete Hölzchen. Er hat den mehr als 90 Jahre alten Oldtimer erworben, bis auf die letzte Schraube auseinandergenommen und neu aufgebaut. Das Ergebnis ist beeindruckend: „Wie aus dem Laden“ sehe der alte Ford aus, bescheinigen seine Mitstreiter von Basche Classics dem engagierten Bastler – und das, obwohl der Oldtimer regelmäßig auch im Winter gefahren wird.

Von Andreas Kannegießer


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